Politik

Bürger-Gesellschaft fordert Milieuschutz für Südstadt

13 / 04 / 2019 / 17:55

Karlsruhe (pm/da) Im Hinblick auf die Investoren- und Bautätigkeit in der Karlsruher Südstadt fordert die dortige Bürger-Gesellschaft einen Milieuschutz für ihren Stadtteil. Mit einer entsprechenden Bitte sind die Verantwortlichen nach eigener Aussage an Oberbürgermeister Frank Mentrup, Baubürgermeister Daniel Fluhrer und an den Gemeinderat herangetreten.

Die Bürgergesellschaft verweist in ihrem Schreiben auf die Immobilienverkäufe und die Bautätigkeit in der Südstadt, wie den Verkauf des Walhalla sowie zwei weiterer Häuser in der Augartenstraße an denselben Investor. ,,Wir sehen die Gefahr einer Luxussanierungs-Welle bzw. der Umwandlung bisheriger Miet- in Eigentumswohnungen in größerem Ausmaß und befürchten eine Entwicklung, die dem Charakter der Südstadt elementar widersprechen würde”, schreibt Martina Hillesheimer, erste Vorsitzende der Bürger-Gesellschaft der Südstadt.

Bürger-Gesellschaft fürchtet um bunten, multiethnischen Stadtteil

Die Südstadt sei ein seit Jahrzehnten gewachsener, multiethnischer, durchmischter Stadtteil, in dem noch eine funktionierende Nachbarschaftsstruktur bestehe. ,,Hier finden auch viele Menschen mit einem kleinen Einkommen Wohnraum, von Studenten bis zu Rentnern. Selbsthilfeeinrichtungen wie Mütter-Café für Alleinerziehende, muslimischer Kindergarten etc. haben sich etabliert, in der Grund- und Realschule lernen Schüler aller sozialen und ethnischen Herkünfte gemeinsam, jährlich findet das große und bunte Südstadtfestival statt, von vielen Vereinen mit organisiert, kurz: Es besteht ein überwiegend friedliches und freundliches Zusammenleben dieser breit durchmischten Bevölkerungsstruktur”, so Hillesheimer. Eine Welle der Luxussanierung und/oder des Umbaus in Eigentumswohnungen würde den Charakter dieser Bevölkerungszusammensetzung aus Sicht von Hillesheimer verändern. Sie befürchtet, dass Menschen mit geringem Einkommen aus dem Stadtteil verdrängt und obdachlos werden könnten.

Milieuschutz soll Verdrängung entgegen Wirken

Eine Möglichkeit, dieser Entwicklung entgegen zu wirken, sieht die Bürger-Gesellschaft in einer Erhaltungssatzung/Milieuschutz, wie es sie beispielsweise in Stuttgart, Freiburg oder Konstanz gibt. Die Ziele einer solchen Erhaltungssatzung bestünden unter anderem darin, dass Mietwohnungen nicht durch Luxussanierung für die in der Südstadt wohnenden Menschen unbezahlbar werden, Mietshäuser und Eigentumswohnungen nicht von Investorengesellschaften aufgekauft werden können und für den Verkauf von Immobilien eine Preisbindung auf maximal der Basis des aktuellen Bodenrichtwertes plus des aktuellen Gebäudewertes vorgegeben wird.
Eine solche Erhaltungssatzung fordert die Bürger-Gesellschaft der Südstadt zwischen Ettlinger Str. im Westen, Rüppurrer Str./Stuttgarter Str. im Süden, Sybelstr., Luisenstr. 82- 70 und Morgenstr. im Osten, sowie Wielandstr., Rüppurrer Str. und Kriegsstr. im Norden.

Weitere Artikel

A8 bei Pforzheim: 60-Jähriger läuft auf Fahrbahn

Blaulicht
21 / 04 / 2019 / 08:30

Pforzheim/Kämpfelbach (pm/amf) Ein 60-jähriger Autofahrer hat auf der A8 zwischen Pforzheim und Karlsruhe am frühen Sonntagmorgen offenbar mehrfach gefährlich in den Verkehr eingegriffen. Wie die Polizei mitteilte, soll der 60-Jährige zwischen den Anschlussstellen Pforzheim-West und Karlsbad in Fahrtrichtung Karlsruhe aus (…)

Hochsaison für Eierproduzenten

Panorama
18 / 04 / 2019 / 18:23

Weingarten (laho) Pünktlich zu Ostern geht er wieder los - der große Run auf die Eier - in allen Farben und Variationen. In den Hühnerställen der Region herrscht dieser Tage Hochbetrieb - die Verkaufszahlen schnellen in die Höhe. Ob die (…)

Bewaffneter Raubüberfall in Rüppurr: Wer hat diese Männer gesehen?

Blaulicht
18 / 04 / 2019 / 17:28

Rüppurr (pol/ame) Nach einem bewaffneten Raubüberfall in Karlsruhe-Rüppurr suchen die Ermittler nun mit diesem Fahndungsfoto nach den noch flüchtigen und unbekannten Tätern. Die beiden Männer haben am vergangenen Freitag ein älteres Ehepaar in ihrem Haus überfallen und so mehrere tausend Euro (…)