Politik

Europäische Kulturhauptstadt: Pforzheim prüft Bewerbung

10 / 02 / 2018 / 10:54

Pforzheim (pm/da) Kulturbürgermeisterin Sibylle Schüssler hält an der Idee einer Bewerbung Pforzheims als Europäische Kulturhauptstadt 2025 fest. ,,Selbst wenn Pforzheim nicht den Zuschlag bekäme, zeigen die Erfahrungen anderer Städte, dass allein der Bewerbungsprozess einen Imagewandel herbeiführen kann und positive Effekte im Bereich des Tourismus verzeichnet werden können“, sagte Schüssler am Montag bei einem Treffen verschiedener Kulturschaffender. Der Gemeinderat hatte Mitte November beschlossen, eine Bewerbung Pforzheims als Europäische Kulturhauptstadt zu prüfen.

Zuvor hatten sich Oberbürgermeister Peter Boch und die SPD-Fraktion Ende Oktober vergangenen Jahres gegen eine Bewerbung Pforzheims als Kulturhauptstadt ausgesprochen. Er sehe derzeit keine finanziellen Handlungsspielräume für eine solche Bewerbung, so Boch. Für eine Bewerbung als Kulturhauptstadt müsste die Stadt ein bis zwei Millionen Euro in die Hand nehmen. ,,Allein die reinen Bewerbungskosten in Höhe von ein bis zwei Millionen Euro wären vor dem Hintergrund der tatsächlichen Probleme, die in Pforzheim existieren in anderen Bereichen des Haushalts deutlich besser investiert, wenn man sieht, wie in Pforzheim Schulen nicht saniert werden können und Schwimmbäder geschlossen werden müssen“, sagte die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Jacqueline Roos zu dem Thema Ende Oktober.

Gemeinderat stimmt für Prüfung

Am 14. November vergangenen Jahres hatte der Pforzheimer Gemeinderat dem Antrag der Grünen Liste Pforzheim zugestimmt, die Chancen und Risiken einer Bewerbung Pforzheims als Europäische Kulturhauptstadt sowie bei einem positiven Ergebnis die Finanzierung der Bewerbung zu prüfen und eventuell alternative Finanzierungsmodelle zu finden. Anschließend soll die Bewerbung ermöglicht werden. In der Begründung ihres Antrags führte die Grüne Liste an, Kultur fördere die Wettbewerbsfähigkeit der Region. Pforzheim und die Region Nordschwarzwald hätten außerdem mit ihren römischen bzw. keltischen Wurzeln ein gemeinsames kulturelles Erbe. ,,Die drei großen abendländischen Mönchsorden des Mittelalters (Benediktiner, Cluniazenser und Zisterzienser) haben die Region mit bedeutenden Klostergründungen (Hirsau, Alpirsbach, Maulbronn) besiedelt, kultiviert und mitentwickelt. Maulbronn ist inzwischen Weltkulturerbe und damit ein großer Trumpf für eine angestrebte Bewerbung“, heißt es in dem Antrag. Der Gemeinderat verwies den Antrag in einen zuständigen Ausschuss.

Kulturfördergelder bei erfolgreicher Bewerbung

Am Montagabend diskutierten rund 45 Künstler und Kulturschaffende in Pforzheim mit Bürgermeisterin Sibylle Schüssler und der Kulturamtsleiterin der Stadt Pforzheim, Angelika Drescher, über die Risiken und Chancen einer Bewerbung für die Europäische Kulturhauptstadt 2025. ,,Klar ist allen, dass das Vorhaben ambitioniert ist“, so Kulturdezernentin Sibylle Schüssler. Sie hält eine Bewerbung für die logische Konsequenz aus dem geschaffenen Netzwerk im Jubiläumsjahr ,,250 Jahre Goldstadt“ 2017 sowie den daraus entstandenen Kooperationen mit der Hochschule. Nach Angaben der Stadt Pforzheim erhoffen sich Unternehmer von der ,,Ornamenta 2022″ als Meilenstein auf dem Weg zur Kulturhauptstadt positive Effekte auf die Wirtschaft. Im Hinblick auf das gekürzte Kulturetat messen die Kulturverantwortlichen der Stadt der Vision einer ,,Kulturhauptstadt Pforzheim“ Bedeutung zu: Bei einer erfolgreichen Bewerbung könnten Fördermittel des Landes, des Bundes und aus den Europäischen Fonds zur Föderung der Pforzheimer Kulturszene beantragt werden. Das weitere Vorgehen solle in Gesprächen mit den Landräten des Enzkreises, Calw und Freudenstadt erörtert werden.

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