Politik

Flüchtlinge zu Lokführern ausbilden: Personalmangel in der Bahnbranche

09 / 01 / 2019 / 07:14

Stuttgart/Region (pm/vg) Das Land Baden-Württemberg, Eisenbahnunternehmen und die Agentur für Arbeit wollen Flüchtlinge zu Lokführern und Fachkräften qualifizieren. Das teilt das Verkehrsministerium mit. Damit soll auf den Personalmangel in der Bahnbranche reagiert werden.

Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg fördert in einem Projekt gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit die Qualifizierung von Flüchtlingen zu Triebfahrzeugführern. 15 Monate soll die Ausbildung dauern. Voraussetzung dafür ist der geklärte Aufenthaltsstatus im Land und hinreichend gute Deutschkenntnisse.

„Wir sehen darin ein großes Potential für diesen sehr wichtigen Aufgabenbereich“, sagt Verkehrsminister Winfried Hermann. „Das Projekt könnte zum Modell zur Qualifizierung von Geflüchteten werden“, sagt Christian Rauch, der Leiter der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit.

Bedarf an Nachwuchs-Lokführern ist groß
Der gegenwärtige Fachkräftemangel in Deutschland stellt auch die Bahnbranche vor große Herausforderungen. Weit mehr als 1.000 Stellen müssen allein in Baden-Württemberg in den kommenden Jahren im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) neu besetzt werden. Neben Triebfahrzeugführer wird bei den beteiligten Eisenbahnverkehrsunternehmen auch ein Bedarf an weiteren Fachkräften wie etwa Werkstattpersonal und Gleisbauern gesehen.

Deshalb hatte das Ministerium für Verkehr in den vergangenen Monaten einen Runden Tisch zur Qualifizierung der Triebwagenfahrzeugführer einberufen. Das Ergebnis:

“Das Ministerium plant, bei der Qualifizierung der Flüchtlinge die Eisenbahnunternehmen von den Kosten teilweise zu entlasten, die speziell bei der Qualifizierung von Geflüchteten entstehen. Vorgesehen ist, sogenannte Integrations-Coaches zu finanzieren, welche die künftigen Triebfahrzeugführer unterstützen. Daneben sollen berufsspezifische Sprachkurse von den Eisenbahnunternehmen organisiert und damit die allgemeine Sprachförderung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ergänzt werden”.

Die Bundesagentur für Arbeit will entsprechende Maßnahmen unterstützen. Zunächst wird das Projekt in den Modellregionen Stuttgart, Karlsruhe/Mannheim und Zollernalb/Hechingen getestet. In jeder Region sollen 15 künftige Triebfahrzeugführer ausgebildet werden. Vom Sommer 2019 an könnten die ersten Maßnahmen starten.

Auch die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) beteiligt sich an dem Projekt. Nach Schätzungen der Agentur für Arbeit leben in Baden-Württemberg rund 44.000 Flüchtlinge im gesicherten Status, die arbeitssuchend sind und für das Programm in Frage kommen.

 

Weitere Artikel

Von Straßenbahn erfasst: Radfahrerin lebensgefährlich verletzt

Blaulicht
18 / 06 / 2019 / 13:59

Karlsruhe (pol/ame) Eine 32-jährige Radfahrerin will einen Gleiskörper in der Kaiserstraße überqueren und übersieht eine Straßenbahn. Sie wird von der Bahn erfasst und lebensgefährlich verletzt.  Eine Radfahrerin kollidierte am Dienstagmorgen in der Kaiserstraße mit einer Straßenbahn und zog sich lebensgefährliche (…)

Rückschaukameras im Test

Panorama
29 / 05 / 2019 / 17:38

Karlsruhe (lk) Fahrassistenten im Auto, Abbiegeassistenten im LKW und vielleicht bald eine Rückschaukamera in Bahnen der VBK und AVG in Karlsruhe. Seit Anfang des Jahres testen die Verkehrsbetriebe Karlsruhe ein Kamerasystem, das Fahrer und Mitfahrern mehr Sicherheit im öffentlichen Verkehrsnetz (…)

AVG erklärt Fahrermangel für behoben

Wirtschaft
15 / 05 / 2019 / 17:51

Karlsruhe (da) Zu wenig Fahrer, ausgefallene Züge, verärgerte Kunden - die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) hat sich in den letzten vier Jahren schwer getan. Ende 2018 mussten sich Alexander Pischon, Vorstand der Geschäftsführung, und Ascan Egerer, technischer Geschäftsführer, vor dem Karlsruher Kreistag (…)

Arbeitsmarkt weiterhin stabil - weniger Arbeitslose in der Region

Wirtschaft
30 / 04 / 2019 / 16:55

Karlsruhe/Rastatt (pm/lk) Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt geht weiter zurück. Von März auf April hat sich die Zahl der Arbeitslosen um 452 auf 17.943 Männer und Frauen verringert, so die Agentur für Arbeit. Die Arbeitslosenquote liegt (…)