Die Kombilösung

Kriegsstraße Karlsruhe: Autos fahren künftig über Baugrube

24 / 11 / 2018 / 07:34

Karlsruhe (pm/ame) Beim Umbau der Kriegsstraße mit einer oberirdischen Gleistrasse und einem darunter liegenden Autotunnel werden in den Baufeldern O 3 und O 4 Fahrbahnen auf der Südseite der Kriegsstraße zwischen Ettlinger Tor und Mendelssohnplatz gebaut: Hier fahren ab 6. Dezember die Autos teilweise über der Baugrube, während darunter am Tunnel gearbeitet wird.

In diesen Baufeldern beginnt in wenigen Tagen auf der Nordseite auch die Vorbereitung für die Verlegung des Autoverkehrs ganz an den bereits zu Beginn dieses Jahres hergestellten Gehweg. Ab Freitag, 30. November, kann daher in diesem Abschnitt zwischen Mendelssohnplatz und Ettlinger Tor nicht mehr am Fahrbahnrand geparkt werden. Bereits Anfang Dezember beginnen hier die Vorarbeiten für das Herstellen von Bohrpfählen und Schlitzwänden, die die Baugrube gegen seitlich eindringendes Grundwasser abdichten und dann auch als rückseitige Schalung für die Tunnelwand dienen.

Lanzen werden in Erdreich eingebracht

Im Baufeld O 2, das sich östlich und westlich vom Mendelssohnplatz erstreckt, werden im westlichen Bereich Anker gebohrt und gespannt, während im östlichen Bereich noch die Dichtwand hergestellt wird und auch bereits der Erdaushub bis zur ersten Ankerlage begonnen hat. In den ausgehobenen Bereichen werden die Lanzen in den Boden eingebracht, über die später Weichgel, das das Eindringen des Grundwassers von unten in die Baugrube verhindert, in die Tiefe injiziert wird. Im Baufeld W 3 zwischen Ettlinger Tor und Lammstraße laufen die Arbeiten ähnlich jenen östlich und westlich vom Mendelssohnplatz: Bis zu 20 Meter tief ins Erdreich reichende Bohrpfähle entstehen, Lanzen – durch die später Weichgel injiziert wird – werden in das Erdreich unter der zukünftigen Tunnelbaugrube eingebracht, sobald der Erdaushub bis zur ersten Ankerlage erfolgt ist. Zudem werden im Zuge des Aushubs der Baugrube die Reste der früheren Straßenunterführung Ettlinger Tor, die vor etwas mehr als 50 Jahren aus Stahlbeton hergestellt wurde, abgebrochen.

Taktiles Leitsystem für sehgeschädigte Fahrgäste

Beim Innenausbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels arbeiten die Handwerker Schritt für Schritt oder besser: Gewerk für Gewerk ihre lange Auftragsliste ab. Am deutlichsten zu sehen ist der Innenausbau bei der Verkleidung der Haltestellen mit den hellen Betonwerksteinen. So werden in der Haltestelle Durlacher Tor die Böden der beiden Bahnsteige sowie die Wände mit den bis zu 70 Kilogramm schweren Platten belegt. In die Bodenplatten integriert wird der in schwarz gehaltene Streifen des taktilen Leitsystems, der sehgeschädigte Fahrgäste sicher zu den Bahnen und umgekehrt zu Aufzügen, Rolltreppen, auf die Zwischenebenen und letztlich auch zu den oberirdischen Haltestellenausgängen führt. In der Haltestelle Durlacher Tor werden die Bodenplatten teilweise bereits verfugt, in der Haltestelle Kronenplatz ist einerseits schon die Bahnsteigkante mit den Steinen belegt, andererseits wird an den Wänden noch die Unterkonstruktion aus senkrechten und waagrechten Edelstahlstreben montiert. In der Haltestelle Lammstraße werden derzeit die Befestigungspunkte für die Verschraubung der Unterkonstruktion auf den Rohbauwänden gekennzeichnet.

Die Zahl der montierten Fahrtreppen und Aufzüge wächst: Im Durlacher Tor und in der Haltestelle Kronenplatz werden die komplett zusammengesetzt angelieferten Teile montiert, oben auf dem Europaplatz entstehen die „Mundhäuser“, in denen die Aufzüge an der Oberfläche enden. In der Haltestelle Lammstraße wird die Montage der Fahrtreppen und Aufzüge vorbereitet: Die Aussparungen im Betonrohbau, in denen die Antriebe untergebracht werden, erhalten einen ölfesten Anstrich.

 

Bildquelle: Kasig

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