Panorama

Kultur beim 300. Stadtgeburtstag

27 / 11 / 2014 / 14:28

Karlsruhe (pm) Karlsruhe ist eine Kulturstadt: Im Jubiläumsjahr 2015 wird das für jeden greifbar, denn die Kultur geht vor allem im Festivalsommer buchstäblich unter die Leute.

Mit einem viertägigen Paukenschlag startet Karlsruhe vom 17. bis 20. Juni 2015 in seinen 300. Stadtgeburtstag, der ein wahrer kultureller Festivalsommer werden wird.

Geschichte und Geschichten: Durch historische Bezüge und die Vielfalt des Angebots präsentiert sich die Fächerstadt 300 Jahre nach ihrer Gründung als kreativer Hotspot, bei dem Kulturbegeisterte voll auf ihre Kosten kommen. „Kultur spielt beim Stadtgeburtstag im kommenden Jahr eine äußerst wichtige Rolle“, betont Martin Wacker, KA300-Projektgeschäftsführer beim Stadtmarketing Karlsruhe im Rahmen des Kulturpressetalks, heute in der Nancyhalle.

„Neben unserem spektakulären Eröffnungsevent sind im Pavillon im Schlossgarten alle Kultursparten über den Festivalsommer hinweg vertreten, die Projekte aus dem Ideenwettbewerb sind stark kulturell geprägt, wir haben 50 Kulturpartnerprojekte und natürlich ist die Kultur auch bei vielen Stadtteilprojekten der 27 Stadtteile vertreten“, so Wacker weiter.

Das kulturelle Erbe Karlsruhes wird in Ausstellungen gezeigt und in Publikationen veröffentlicht: Die beiden Großen Landesausstellungen zum Stadtgründer Karl Wilhelm von Baden im Badischen Landesmuseum und über Die Meister-Sammlerin Karoline Luise von Baden in der Staatlichen Kunsthalle lassen das erste Jahrhundert Karlsruher Geschichte lebendig werden. Die Schau zu Friedrich Weinbrenner in der Städtischen Galerie stellt den für Karlsruhe prägenden Stadtplaner des Klassizismus in den.

Mittelpunkt. Der Atlas Karlsruhe, der Werden und Wandel der Fächerstadt nachvollzieht, erschien bereits vor dem Jubiläumsjahr, das Digitale Stadtlexikon wird 2015 online gehen. Zum Ende des Festivalsommers reflektiert die Doppelausstellung Genug gejubelt?  im Stadtmuseum und im Pfinzgaumuseum Pleiten, Pech und Glücksfälle der Stadtgeschichte.

Karlsruhe ist eine Stadt der Grund- und Menschenrechte: Exemplarisch für ihre Offenheit und Internationalität seien hier die Frauenperspektiven, der Bundeskongress der Weltmusik Glomad e.V. und das Fest der Völkerverständi­gung genannt. Mit den Wochen gegen Rassismus folgt Karlsruhe einer Einladung der Vereinten Nationen, alljährlich eine Aktionswoche der Solidarität mit den Gegnern und Opfern von Rassismus zu organisieren. Ganz in der Karlsruher Tradition religiöser und gesellschaftlicher Toleranz steht der Garten der Religionen, der als Bürgerprojekt im neuen Park der Südstadt-Ost eröffnet wird. An Kinder und Jugendliche wenden sich die Schultheaterwochen, Mitmachprojekte wie die Kinderspiel statt Karls Ruhe, die move inc. im Tollhaus und das Pop-up Musik und bildende Kunst am Zirkel, das vom Badischen Konservatorium und der Jugendkunstschule Karlsruhe gestaltet wird.

Seit der Eröffnung des Zentrums für Kunst und Medientechnologie (ZKM) ist Karlsruhe ein Anziehungspunkt für alle, die im kreativen Spannungsfeld von Kunst, Wissenschaft und Technologie arbeiten. Das ZKM feiert den 300. Geburtstag Karlsruhes mit dem neuen Ausstellungsformat Globale. 300 Tage lang zeigt es die Vielfalt und den Reichtum der gegenwärtigen Kunst, die kulturellen Effekte der Globalisierung, die wechselseitigen Einflüsse und Infragestellungen verschiedener Kulturen. Die Ausstellung wird immer wieder umgruppiert, außerdem geht sie an städtische Orte mit historischer Bedeutung für Kultur und Wissenschaft. Die Globale setzt sich darüber hinaus nachdrücklich für die Freiheit der Infosphäre ein. Zu diesem Themenkreis gehört ebenso das Wissenschaftsfestival Effekte mit Akteuren wie dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft, dem Max Rubner-Institut (MRI) – Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel und dem ZKM. Schon heute beschäftigt sich das 3D-Festival Beyond  mit möglichen gesellschaftlichen Auswirkungen zukünftiger technologischer Entwicklungen auf dem Gebiet der Stereoskopie. Musik und Technik repräsentieren Organum, ein mediengestütztes internationales Orgelspektakel aus Karlsruhe mit den europäischen Partnerstädten und das Festival ZeitGenuss, das mit Uraufführungen aufwartet und einen Fokus auf die Repertoirebildung zeitgenössischer Musik legt.

Im Geburtstagsjahr 2015 überschreitet die Kultur vielfach die Grenzen ihrer traditionellen Räume: Für Projektionskunst  wird die Fassade des Schlosses zur Riesenleinwand, Aktionen und Performances erobern den Stadtraum, etwa wenn das Badische Staatstheater mit dem Rimini-Protokoll  in der Stadt eine Tonspur legt oder vor dem Schloss mit Gesangssolisten, Schauspielern, Tänzern und der Badischen Staatskapelle den Stadtgeburtstag feiert. Und in der Kunst gewidmeten Gebäuden ist Neues, Unerhörtes zu erleben: Kompositionen von Wolfgang Rihm, von der Stadt in Auftrag gegeben, werden uraufgeführt, es erklingen Werke Karlsruher Komponistinnen und Komponisten aus Geschichte und Gegenwart. Das Landesjazzfestival und etliche andere Musikveranstaltungen nutzen den Pavillon, der eigens für den Festivalsommer im Schlossgarten aufgeschlagen wird. Literatur, Tanz und Film haben im Geburtstagsjahr ebenfalls starke Auftritte: Stellvertretend seien hier die Literaturtage, das Internationale Tanzfest im Tempel und der Filmwettbewerb Future Shapes – Karlsruhe 3000 genannt. Last, but not least, die Händel-Festspiele, die Alte Musik in neuem Glanz erstrahlen lassen und weit über die Region hinaus Maßstäbe setzen.

Mit besonderem Nachdruck fördert die Stadt Karlsruhe die Kultur- und Kreativwirtschaft: Der Kreativpark Alter Schlachthof zeigt in der anlässlich des 300. Stadtgeburtstags besonders opulenten Kulturnacht Schwein gehabt sein Potential. Die art Karlsruhe, auf der klassische Moderne und Gegenwartskunst gezeigt und verkauft wird, ist die wichtigste Kunstmesse zwischen Basel und Köln. Ebenso renommiert ist die EUNIQUE als internationale Messe für Angewandte Kunst und Design.

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