Panorama

Letzter Feinschliff am Durlacher Tor

07 / 12 / 2018 / 18:29

Karlsruhe (pm/ame) Vor fast genau vier Jahren war das Durlacher Tor der Schauplatz für den Beginn des Tunnelbaus unter der Kaiserstraße. Am 18. November 2014 drehte Tunnelvortriebsmaschine Giulia erstmals das Schneidrad für den am Ende etwa zwei Kilometer langen Tunnel. Für unter anderem dieses Vorhaben war das Durlacher Tor oberirdisch zu einer großen Baueinrichtungsfläche verwandelt worden.

Das ist mittlerweile fast vergessen. In der zurückliegenden Woche wurden die letzten Fahrbahnmarkierungen auf den neuen Asphalt aufgebracht, Autos, Radfahrer und Fußgänger finden ihre Verkehrsflächen vor. Mit dem am 9. Dezember anstehenden Fahrplanwechsel beim KVV ist der alte Zustand des Durlacher Tors in neuem Gewand wiederhergestellt. Die Stadt- und Straßenbahnen halten dann “wie früher” an den beiden oberirdischen Haltestellen, die eins errichtete provisorische Haltestelle in der östlichen Kaiserstraße wird nicht mehr angefahren.

Die Gestaltung des Platzes und der darauf entstehenden Grünflächen lässt allerdings noch auf sich warten: Für den Innenausbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels werden die freien Flächen auf dem Platz Durlacher Tor noch für Handwerker, Materialandienung und Bürocontainer benötigt.

Während „oben“ am Durlacher Tor die Bautätigkeit nun zu einem – vorläufigen – Ende kommt, herrscht „unten“ zunehmende Betriebsamkeit: Die Handwerker sind beim Innenausbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels zu sehen, wie sie die Verkleidung der Haltestellen mit den hellen Betonwerksteinen in den beiden Haltestellen Durlacher Tor und Kronenplatz montieren. In der Haltestelle Lammstraße wird die Unterkonstruktion an die Rohbauwände geschraubt, an der wiederum die Betonwerksteine eingehängt werden.

Fahrtreppen und Aufzüge werden sukzessive angeliefert, mit entsprechend dimensionieten Autokränen in die Betonschächte eingehoben und montiert: Im Durlacher Tor und in der Haltestelle Kongresszentrum werden Aufzüge montiert, in der Haltestelle Kronenplatz die Fahrtreppen. Auf dem Europaplatz entstehen die „Mundhäuser“, in denen die Aufzüge an der Oberfläche enden. Nur noch wenig Fläche bleibt dem beauftragten Handwerksunternehmen für das „Stocken“, das Aufrauen des vom Rohbau als glatte Oberfläche hinterlassenen Betons. Einige Betonwände der Treppenabgänge und der Zwischenebenen in den Haltestellen Kronenplatz, Durlacher Tor und Lammstraßen sind noch mit dem speziellen Meißel zu bearbeiten.

Beim Umbau der Kriegsstraße mit einer neuen Gleistrasse oben und einem Autotunnel darunter läuft im Baufeld O 2 östlich und westlich vom Mendelssohnplatz sowie im Baufeld W 3 zwischen Lammstraße und Ettlinger Tor das Herstellen der Baugrube, in der dann der eigentliche Tunnelbau stattfindet. Im Westen von Baufeld O 2 werden Weichgelinjektionen vorgenommen, um die Baugrube gegen von unten eindringendes Grundwasser abzudichten. Im Osten von O 2 ist der Bau der Spundwände in dieser Woche abgeschlossen worden, so dass nun auch hier der Aushub von Erdreich bis zur ersten Ankerlage beginnt.

Im Baufeld W 3 zwischen Ettlinger Tor und Lammstraße wird ebenfalls dieser Tage das Herstellen der Baugrubensicherung durch die überschnittenen Bohrpfähle beendet. Lanzen für die Injektion der Weichgelsohle werden ins Erdreich eingebracht, in anderen Bereichen dieses Baufelds läuft der Erdaushub bis zur ersten Ankerlage. Der Beton der ehemaligen Trogwände des westlichen Teils der früheren Unterführung Ettlinger Tor wird dabei aus dem Erdreich entfernt.

In den beiden Baufeldern O 3 und O 4 zwischen Ettlinger Tor und der Adlerstraße ist die Verkehrsführung inzwischen auf der Nord- und auf der Südseite geändert: Die Autos fahren inzwischen an den äußeren Rändern der Kriegsstraße, so dass in der Straßenmitte das Baufeld frei ist für den Schlitzwandgreifer und die Großbohrgeräte, die in diesem Jahr noch mit dem Herstellen der Baugrubensicherung beginnen, soweit sie nicht bereits im Zuge der Herstellung der Kragarme ausgeführt wurde. Zuvor werden die Baufelder noch auf Kampfmittel sondiert, einige „Hindernisse“ wie Betonfundamente der ehemaligen Fußgängerunterführung Kreuzstraße oder alte Kanäle „ausgebohrt“ und die noch vorhandenen oberen Teile der ehemaligen Trogwände des östlichen Teils der früheren Unterführung Ettlinger Tor abgebrochen.

Bildquelle: Kasig

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