Mit Kapseln gegen die Karlsruher Wohnungsnot

11 / 12 / 2018 / 15:49

Karlsruhe (da) Zwei Meter lang, ein Meter breit ist die Matratze in der Plastikbox. An der Vorderseite hängt ein Fernseher, auf der rechten Seite lädt ein Smartphone an einer Steckdose. Zum Schlafen drücken Sie auf einen Knopf und es wird dunkel. So könnte es sein, wenn Sie in einer Kapsel übernachten. In Japan gibt es das schon seit mehr als 40 Jahren; im Februar soll das erste Kapselapartment Deutschlands entstehen – direkt am Karlsruher Europaplatz.

Im Februar 2019 will das Heidenheimer Start Up ,,Space Development GmbH” das erste Kapselhotel Deutschlands in Karlsruhe eröffnen. In einem Exklusivinterview stellte Gal Gardos, Director of Hotel Operations der Space Development GmbH, Baden TV die Pläne vor: Das Apartment soll neben den Kapseln zum Übernachten Gemeinschaftsräume und mehrere Kochplätze bieten.

Das Konzept der Kapseln wurde in den 70er Jahren in Tokio, Japan, entwickelt, um den immer knapper werdenden Wohnraum möglichst optimal auszunutzen. Inzwischen werde auch in Europa Wohnraum immer teurer, so Gardos. Aus diesem Grund will das Start Up die Idee nach Deutschland bringen.

40 Euro pro Nacht – 600 Euro im Monat

Für eine Übernachtung im Kapselhotel sollen die Gäste laut Gardos 40 Euro zahlen. Im Apartment müssen Mieter für die Mindestmietdauer von 14 Tagen 220 Euro pro Woche bezahlen; bei einer Laufzeit des Mietvertrags von höchstens sechs Wochen betrage die Miete 600 Euro im Monat. Nebenkosten wie Strom, Wasser und Internet seien dabei inklusive. Studenten zahlen laut Gardos 550 Euro. Neben dem Schlafplatz teilen sich die Apartment-Bewohner Gemeinschaftsräume; die Wohnung soll von Servicekräften geputzt, die Wäsche gewaschen werden. Gardos sieht als Zielgruppe unter anderem die Studierenden in Karlsruhe; ihnen will er auf dem angespannten Wohnungsmarkt entgegen kommen.

Die zeigen sich skeptisch: Aus Sicht von Adrian Keller braucht es im Kampf gegen die Wohnungsnot vor allem sozialen Wohnungsbau. Für Studierende, die beispielsweise BaföG beziehen und auf dem Karlsruher Wohnungsmarkt nur schwer ein WG-Zimmer finden, seien die Preise zu hoch.

Kapseln für europäischen Markt vergrößert

Für den europäischen Markt hat das Start Up die Kapseln verändert: Mit zwei auf ein Meter seien etwas größer als das Vorbild aus Japan (1,80 auf 0,90 Meter) und eine Tür – an Stelle des asiatischen Vorhangs – soll für mehr Privatsphäre sorgen.

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