Abstieg aus der 2. Bundesliga, sportliche Misere in der Dritten, Finanzielle Schieflage, unklare Zukunft: der KSC hat viel zu diskutieren. Hier die aktuelle Entwicklung:

Fazit: Schon vorbei?

 

Anträge, Aussprache, Feierabend:

Außer Kult-Fan Ronny, der ein paar launische Bemerkungen macht, geht diese Mitgliederversammlung ohne echte Diskussion zu Ende. Keiner der über 450 Mitlglieder zwingt das Präsidium zu unbequemen Antworten, niemand fragt nach der Finanzplanung der aktuellen Saison. Niemand fordert vom Sportdirektor eine Erklärung für den Fehlstart inn die Drittligasaison.

Nach zwei Stunden geht die Mitgliederversammlung seltsam still zu Ende...

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Verwaltungsrat: Kontrollorgan auf Kuschelkurs

Der Verwaltungsratschef, Michael Steidl, wählt in einem Rückblick erstaunlich zahme Worte. Er benennt Fehleinschätzungen bei Spielerverpflichtungen – will den Verantwortlichen aber keinen Vorwurf machen. „Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung“ - „Hinterher ist man immer schlauer“, bei solchen Floskeln belässt er es. Immerhin so viel: Der Verein müsse unabhängiger werden von privaten Geldgebern und mehr Geld aus Stadion einnehmen. Auch müssten Entscheidungswege im Verein kürzer werden.

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20:11 Uhr: Beine hoch

Die Mannschaft verlässt mit Hinweis auf ein "schwieriges" Spiel am Wochenende den Saal. Schade - damit verpasst sie die spannenden Diskussionen, die gleich noch folgen werden. Bislang haben nur "offizielle" ihre Bilanz gezogen.

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Sportdirektor blickt zurück

Oliver Kreuzers Aufarbeitung der sportlichen Situation fällt eher knapp aus. Er lässt Trainereinstellungen und -entlassungen Revue passieren, räumt Fehler ein und spricht von einem verdienten Abstieg. Er habe in jeder Situation aber nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt. Der aktuellen Mannschaft, die auch in der Badnerlandhalle anwesend war, versuchte er den Rücken zu stärken. „Ich glaube nach wie vor an diese Mannschaft, auch wenn wir von unserem Ziel derzeit weit entfernt sind.“

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Präsident Ingo Wellenreuther zieht seine Bilanz:

"Horrorsaison“

Ingo Wellenreuther nennt die vergangene Saison eine „Horrorsaison“. Der Abstieg sei völlig berechtigt gewesen, weil die Mannschaft sich auf dem Rasen ergeben habe. Auf Fehler will der in die Kritik geratene Präsident aber nicht mehr im Einzelnen eingehen, räumt jedoch eigene Versäumnisse ein. „Ich möchte mich im Namen des Präsidiums dafür entschuldigen, dass wir das nicht verhindern konnten.“

Die Aufbruchstimmung war groß beim Trainingsauftakt, 18 neue Spieler, neuer Höchststand in den Mitgliederzahlen. „Bedauerlich“, sei es gewesen, dass der Saisonstart dann so schlecht gelaufen sei, so Wellenreuther.

"Wir sind hingefallen, wir sollten wieder aufstehen. Wir sollten zusammenhalten und ein Zeichen setzen für unseren KSC." Auch eine neue Struktur für die Geschäftsstelle kündigt er an, ohne konkret zu werden. Sportliche Aufarbeitung und finanzielle Situation müssen nun Sportdirektor Oliver Kreuzer und Helmut Sandrock gegenüber den Mitgliedern erklären.

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Kurz vor der Mitgliederversammlung hat das Präsidium die Bilanz präsentiert:

Verlust

Die Zahlen der vergangenen Saison: Der KSC schließt mit einem Minus von 109.000 Euro ab. Eine Punktlandung – ab 111.000 Euro Verlust hätten empfindliche Strafen des DFB gedroht. Weniger Zuschauereinnahmen, weniger TV-Einnahmen, mehr Ausgaben für Spieler und Trainer: Am Ende war das Ergebnis nur durch Forderungsverzichte zu erreichen - von Banken, Partnern und Privatpersonen.

6,7 Millionen Euro Besserungsscheine hat der KSC derzeit an Gläubiger ausgestellt. All dieses Geld muss eines Tages wieder zurückgezahlt werden – wenn der KSC schuldenfrei ist und keine Verluste mehr schreibt.

Kraftakt 3. Liga

Die aktuelle Saison verheißt finanziell noch weniger gutes: Mit 1,8 Millionen Euro Verlust wurde geplant, ein Ergebnis das schon jetzt nur schwer zu halten sein wird. Schließlich wurde schon der Trainer gewechselt. Wie der KSC aktuell tatsächlich finanziell dasteht, werde derzeit überprüft, wich Geschäftsführer Helmut Sandrock Nachfragen dazu heute aus.

„Existenzbedrohend“

Geschäftsführer und Präsident sind sich einig: Das Gefälle zwischen 2. Bundesliga und Dritter Liga sei zu groß. Zehn Millionen Euro weniger Fernsehgeld seien für Vereine mit einer Infrastruktur wie den KSC nur schwer zu verkraften. „Existenzbedrohend“ nennt Sandrock das, einen „Systemfehler des Fußballs“, der allerdings nur schwer zu beheben sei.