Panorama

Rettungsdienste noch immer nicht schnell genug

07 / 06 / 2019 / 11:57

Karlsruhe (pm/laho) Bis der Rettungsdienst oder Notarzt am Unfallort eintrifft, sollte es in der Regel nicht mehr als 10, höchstens 15 Minuten dauern. Eine Zeit, die  von mindestens 95% aller Notfälle eingehalten werden sollte. Das klappt leider nicht immer. Eine 2018 durchgeführte Studie ergab, dass die Quote der Hilfsfrist (die Zeitdauer von der Feststellung, dass ein rettungsdienstlicher Notfall vorliegt, bis zum Eintreffen des Notarztes oder Rettungsdienstes vor Ort) bei 87 % liegt. Das sei zwar eine Verbesserung gegenüber dem Jahr 2017 (80%), aber noch immer nicht der Idealfall.

Eine wesentliche Ursache der schlechten Hilfsfristquoten sei mangelndes Fachpersonal bei Rettungsorganisationen, erklärt Erster Landesbeamter Knut Bühler. Viele Einsätze könnten schlichtweg nicht gefahren werden, weil das Personal fehle und andere Fahrzeuge anfahren musste. Nach der jüngsten Ausbildungskampagne konnte das DRK neue Notfallsanitäter einstellen, alle Rettungsorganisationen haben sich auf eine gegenseitige Kompensation geeinigt und bei Engpässen werden auch private Dienstleister herangezogen. In der Folge habe sich Hilfsfristquote bei den Rettungswagen auf etwa 87% spürbar verbessert. Bei den Notarztfahrzeugen hat sich die Hilfsfristquote bei rund 82% eingependelt.

Um die notwendigen weiteren Verbesserungen zu erreichen, hatte der Bereichsausschuss laut eigenen Angaben Anfang des Jahres einen Arbeitskreis „Hilfsfrist“ eingesetzt. Es wird nun geklärt, ob die vorgesehene räumliche und organisatorische Struktur des Rettungsdienstes in der Region richtig gewählt und ausreichend bemessen ist. Zudem wird geschaut, welche Veränderungen notwendig sind, um die Hilfsfristquote nachhaltig zu verbessern. Die weiter steigenden Fallzahlen, gesellschaftliche Veränderungen wie z.B. den demographischen Wandel oder neue Strukturen im Krankenhaussektor sollen dabei mit berücksichtigt werden. Außerdem möchte das Landratsamt, laut Landrat Dr. Christoph Schnaudigel weiterhin konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Hilfsfristquoten einfordern.

 

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