Meinung
C Eigenbetrieb Fußballstadion im Wildpark/Stadt Karlsruhe

Zweifelhafte Strategie

25 / 04 / 2019 / 12:18

Die dicke Abrissbirne – sie schwebt im Wildparkstadion nicht nur über den Stadionwällen. Auch in seiner Außendarstellung hat er KSC – wieder einmal – schweres Geschütz aufgefahren. Mit welcher Selbstverständlichkeit der Verein seine Rolle als Bittsteller – wieder einmal – verkennt und stattdessen Forderungen stellt, verwundert schon nicht mehr. Dass er sich aber nicht einmal zu schade dafür ist, durch Falschmeldungen Stimmung in eigener Sache zu machen, ist eine neue Dimension.

Ein Kommentar von Pascal Schütt

Was ist geschehen? In einer ersten Information am Dienstag um 14.32 Uhr behauptet der Verein ganze drei (!) Mal, dass es ohne Dach über der Südtribüne keine Lizenz für die 2. Bundesliga geben wird. “Kein Dach, kein Zweitligafußball in Karlsruhe”, lässt sich Geschäftsführer Michael Becker zitieren. Erst auf irritierte Nachfragen korrigiert sich der Verein vier Stunden später. Von “keine Lizenz” ist plötzlich keine Rede mehr. Vielmehr – nun korrekt – von einem drohenden “Verstoß gegen die Lizenzauflagen”. Denn die Lizenz, die hat der Verein nunmal erhalten, wenn auch gegen Auflagen. Auf der Website des KSC findet sich mittlerweile auch nur noch die korrigierte Fassung, Zeitstempel dennoch Dienstag, 14.27 Uhr.

Man darf getrost Absicht unterstellen

Wer dem KSC nun unterstellt, die (erste) Veröffentlichung sei eine Panne in der Kommunikation, der unterschätzt wohl die KSC-Strategen. Man darf getrost davon ausgehen, dass der Verein bewusst nur Teile der Wahrheit verbreitet hat, um mit der Erstinformation den Ton zu setzen und öffentlichen Druck auf die Stadtverwaltung und den Gemeinderat auszuüben. Welcher Abgeordnete will sich schon kurz vor der Kommunalwahl nachsagen lassen, er verhindere den Aufstieg des KSC? Entsprechend legt auch der KSC-Präsident und Politprofi Ingo Wellenreuther in den BNN nach und äußert seinen Unmut über die Räte.

Es ist nicht das erste Mal, dass der KSC in der Kommunikation vorprescht. Immer wieder war der Verein schon in den Verhandlungen über einen Stadionneubau mit Forderungen und öffentlicher Kritik an der Stadt aufgetreten. Wer die Situation ohne blau-weiße Brille betrachtet, musste sich schon damals verwundert die Augen reiben. Da versuchte der Verein immer wieder Stadtverwaltung und Gemeinderat unter Druck zu setzen – und das ohne sich selbst in nennenswertem Maße am Neubau in dreistelliger Millionenhöhe zu beteiligen.

Nach Außen besonnen

Dass die Stadtverwaltung um Oberbürgermeister Frank Mentrup zumindest nach Außen besonnen mit der Krawallkommunikation des KSC umgeht und die Debatte zu versachlichen versucht, ist ihr hoch anzurechnen. Ob die Strategie des KSC aufgeht, darf dennoch bezweifelt werden – denn vergessen wird man im Rathaus das Auftreten des Vereins sicher nicht. Und auch abseits der eigenen Fanszene sorgen Falschmeldungen – wie die vom Dienstag – eher für Kopfschütteln als für Verständnis.

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