Karlsruhe
City-Tax ist beschlossen: Ab Juni wird es teurer, in Karlsruhe zu übernachten
Karlsruhe (ln) Schlafen wird teurer hier in Karlsruhe – zumindest für Hotelgäste, seit der Gemeinderat am Dienstag darüber eine Entscheidung gefällt hat. Mit eindeutiger Mehrheit stimmte er der sogenannten City-Tax, der Übernachtungssteuer für Hotels aller Art in der Fächerstadt zu. Ab 1. Juni tritt sie in Kraft. Nach langen Gesprächen mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband wurde sich dabei auf eine Pauschalsteuer geeinigt. Das heißt: Jeder Hotelgast muss pro Übernachtung 3,50 Euro zahlen. Ab 2026 werden es 4 Euro und ab 2028 4,50 Euro. Gegenstimmen aus den Fraktionen kamen erwartungsgemäß. Oft wurde argumentiert, dass eine Bettensteuer Urlauber und Geschäftsreisende dazu nötige, in umliegende Städte auszuweichen. Karlsruhes Finanzbürgermeisterin ist aber gänzlich anderer Ansicht.
Pauschal gilt aber auch die Pauschalsteuer nicht. Denn Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollen nicht besteuert werden. Und gemeinnützige Einrichtungen oder Einrichtungen, bei denen Übernachtung nicht das Hauptgewerbe ist, etwa die Sportschule Schöneck, sind ausgenommen. Auch der Campingplatz in Durlach wird gesondert betrachtet, da die Pauschalsteuer ansonsten dazu führen würde, dass die Übernachtung rund 30 Prozent mehr kosten würde. Ein weiterer Sonderfall – und Kritikpunkt aus den Fraktionen: Die immer beliebter werdenden Airbnbs. Diese werden direkt per App von teils privaten Anbietern zur Verfügung gestellt. Und entziehen sich so oftmals der Bürokratie.
Luczak-Schwarz betont an dieser Stelle, dass Karlsruhe bereits viele Mittel in die Infrastruktur des Tourismus gesteckt hat, wovon die Hotellerie stark profitierte. Der Verkehrsverein Tourismusregion Karlsruhe erkennt das auch an. Hält die Steuer allerdings für unverhältnismäßig- Durch sie müssten Hotels in Karlsruhe in den nächsten zehn Jahren 50 Millionen Euro Steuern an die Stadt entrichten. Insofern sieht der Verein die City Tax als Mittel, das Haushaltsdefizit der Fächerstadt auf die Hotellerie abzuwälzen. Das sei besonders deshalb ein Problem, weil die Zahl der Hotelbetten in Karlsruhe seit Corona von 6.000 auf 9.000 gestiegen ist.
„Die Konkurrenzsituation, die durch diesen Bettenboom entstanden ist, macht es dem Hotelier kaum möglich, die Bettensteuer auf den Gast abzuwälzen. Betroffen sind vor allem die privat geführten Familienhotels in Karlsruhe. Sie plagen große Existenzängste aufgrund dieser unguten Situation.“
– Hans-Christoph Bruß, Vorsitzender des Verkehrsvereins Tourismusregion Karlsruhe e.V.
Der Verkehrsverein befürchtet also ab dem 1. Juni einen Umbruch. Dann wird sich nach und nach zeigen, ob die Bettensteuer der Stadt tatsächlich hilft, ohne spürbaren Schaden anzurichten. Oder ob Karlsruher Hoteliers durch die teureren Betten schlaflose Nächte haben werden.