Region
eWayBW: Endspurt für das umstrittene Pilotprojekt
Region (kls) 2021 ist das Pilotprojekt eWayBW im Murgtal auf der B462 an den Start gegangen. Ein durchaus umstrittenes Projekt, vor allem wegen immer wiederkehrender technischer Schwierigkeiten, die die hybride Oberleitungsstrecke für LKW mal kurz- mal längerfristig lahmgelegt hatten. eWayBW ist bundesweit eine von insgesamt drei Teststrecken.
Endspurt für das Pilotprojekt eWayBW, das Ende September 2024 wieder zurückgebaut werden soll. In den vergangenen Jahren war es ein Auf und Ab mit der hybriden Oberleitungsstrecke für LKW. Aktuell laut Verkehrsministerium Dauerbetrieb fast ohne Einschränkungen, 4 LKW nutzen die Oberleitung nur Fahrzeug Nummer 5 auf Grund von Lieferschwierigkeiten für ein Ersatzteil derzeit in der Werkstatt.
„In den kommenden Wochen soll der Technologievergleich beginnen, bei dem unterschiedliche Antriebstechnologien im direkten Vergleich auf der Strecke erprobt werden. In diesem Zusammenhang ist auch eine Ausweitung des Nutzerkreises geplant, so dass die Erfahrungen mehrerer Unternehmen mit alternativen Antrieben und Kraftstoffen eine wertvolle und breite Basis für zukünftige Entwicklungen und richtungsweisende Hilfestellungen für Politik und Wirtschaft darstellen können.“ ~Verkehrsministerium
Zudem liefen derzeit Vorbereitungen, um noch weitere Versuchsfahrzeuge einzusetzen. Die ersten Testergebnisse aber haben auf sich warten lassen – laut Verkehrsministerium vor allem wegen des immer wiederkehrenden Austausches von Isolatoren, Problemen mit den Fahrzeuggetrieben sowie der Insolvenz von dem Verpackungshersteller Baden Board.
„Dass bei solchen Pilotvorhaben am Anfang technische Probleme auftreten, ist normal. Genau deshalb werden sie ja unternommen, um diese Schwierigkeiten zu erkennen und an Verbesserungen zu arbeiten. Dies ist im vorliegenden Fall auch gelungen, so dass aktuell ein stabiler Realbetrieb gegeben ist.“ ~Verkehrsministerium
Zu den Kritikern von eWayBW zählt auch der FDP-Landtagsabgeordnete Christian Jung. Laut ihm habe der eWayBW vor allem Steuergelder verbrannt.
Der Kerngedanke des Projektes ist eine nachhaltige Mobilitätslösung auch für das Transportwesen zu finden. Bei der Landespressekonferenz in dieser Woche hat Verkehrsminister Hermann den Ausbau der Ladeinfrastruktur für LKW verkündet – dabei aber geht es um Batteriefahrzeuge.
„Vorteil der eHighway-Technologie ist es, dass sie sich mit verschiedenen anderen Technologien kombinieren lässt, was sich u.a. im Einsatz der Testfahrzeuge – Diesel-Hybrid, batterie-elektrisch und Plug-In-Hybrid – deutlich zeigt. So könnte die Oberleitungstechnik – insbesondere für Langstreckentransporte – ihre Stärken (z.B. eine höhere Nutzlast durch geringere Batteriegröße) bei einer ausreichenden Abdeckung mit elektrifizierten Strecken mit den Vorzügen anderer Technologien kombinieren.“ ~Verkehrsministerium
eWayBW eine Teststrecke von insgesamt drei, eine auch in Hessen. Für eine Verbindung und damit Erweiterung der Teststrecke haben Baden-Württemberg und Hessen einen Projektantrag für einen Innovationskorridor für Nutzfahrzeuge mit klimafreundlichem Antrieb beim Bund eingereicht. Ziel wäre eine klimaneutrale Logistik bis in die Schweiz in Kombination mit weiteren Zukunftstechnologien. Jung äußert dazu seine Sicherheitsbedenken.
Bislang von Seiten der Bundesregierung auch keine Schritte in diese Richtung – dementsprechend tickt die Uhr, bis das rund 30 Millionen Euro Projekt in einem halben Jahr wieder abgebaut wird.